GemeindeentwicklungTexte"Was ist Mission?" – ein Text von Fulbert Steffensky "Was ist Mission? Es ist die gewaltlose, ressentimentlose und absichtslose Werbung für die Schönheit eines Lebenskonzepts. Diese Werbung ist ressentimentlos, indem wir ohne Bekümmerung akzeptieren, daß Menschen andere Lebenswege einschlagen als die des Christentums. Für uns als Christen hat dieses Christentum eine biographische Einmaligkeit. Aber es gibt andere Wege des Geistes und andere Dialekte der Hoffnung. Mission kann man wollen, wenn man auf seine eigene Einmaligkeit verzichtet, so sehr das unseren Narzißmus kränken mag. Die Werbung ist absichtslos. Sie geschieht nicht mit der Absicht, jemanden zur eigenen Glaubensweise zu bekehren, wohl mit der Absicht, daß auch der Fremde schön finde, was wir lieben und woran wir glauben. Wenn ich etwas liebe und wenn ich an etwas glaube, dann liegt es im Wesen dieser Liebe, daß sie öffentlich zeigt, was sie liebt. Eine sich verbergende Liebe ist auf Dauer keine Liebe. Man gibt sich selber ein Gesicht, man identifiziert sich selber und erfährt, wer man ist, indem man zeigt, wer man ist und woran man glaubt. Schon allein der Stolz läßt es nicht zu, daß man sich verborgen hält. Junge Menschen brauchen nichts dringender als dies: daß Menschen sich ihnen zeigen; daß ihr Gesicht und ihre Lebenskonturen erkennbar werden. Lehren heißt: zeigen, was man liebt." aus: Fulbert Steffensky, Der alltägliche Charme des Glaubens, Echter Verlag 2002
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